Kompetenzen im Fach Geschichte

Die Forderung nach kompetenzorientiertem Unterricht in allen Schulfächern ergab sich im letzten Jahrzehnt aus der Feststellung heraus, dass der lernzielorientierte Unterricht zu gravierenden Mängeln geführt hatte (Pisastudien). Kompetenzorientierter Geschichtsunterricht ist somit Teil des für alle Bundesländer entwickelten Konzeptes der sogenannten Bildungsstandards.

Der Berliner Rahmenlehrplan benennt folgende Kompetenzen:

  1. Analyse- und Deutungskompetenz: Die Schüler und Schülerinnen erwerben Kenntnisse und lernen unterschiedliche Urteile über historische Ereignisse und Prozesse kennen. Sie lernen, ihr Wissen in adäquater Form wiederzugeben.

  2. Methodenkompetenz: Die Schüler und Schülerinnen sollen Lernstrategien und fachspezifische Arbeitstechniken erlernen, dazu gehört das Anfertigen von Quellenanalysen, der Umgang mit Bildern und historischen Karten, die Arbeit mit Statistiken etc..

  3. Urteils- und Orientierungskompetenz: Die Schüler und Schülerinnen erwerben schrittweise die Kompetenz auf Basis ihres Wissens und ihrer individuellen Sichtweise eigene Urteile über die Bedeutung historischer Ereignisse und Prozesse zu fällen.

Ziel der Kompetenzentwicklung ist die Narrativität. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass alles, was wir über die Geschichte lesen (Schulbuchtexte, Historikertexte), Ausdruck eines bestimmten Geschichtsbewusstseins ist und selbst, ähnlich wie Quellen, dekonstruiert werden muss, also auf die Form und Absicht hin hinterfragt werden muss. Letztendlich sollen die Schüler und Schülerinnen befähigt werden, selbst „historische Erzählungen“ kompetent zu produzieren.